So machen wir Landwirtschaft

Hier nehmen unsere Mitarbeiter Sie mit in den Garten, den Acker oder wo sie sonst für die Höfegemeinschaft unterwegs sein. Erfahren Sie mehr über die Landwirtschaft und die Menschen dahinter.


Heike - die Herrin der Herden

Für das Wohlbefinden unserer Tiere ist Heike Kühner als Herdenmanagerin verantwortlich. Heute bekommen wir einen kleinen Einblick in ihre Arbeit. 

Hallo Heike, was macht eine Herdenmanagerin genau?

Ich kümmere mich darum, dass die Tiere zu jeder Zeit das passende Futter in ausreichender Menge haben, dazu Wasser und ich habe ein Auge auf ihr Wohlbefinden. Das heißt im Blick haben, wo geht welche Herde als nächstes hin, wieviel Futter steht auf der Fläche? Auf den Weiden müssen dann Zäune gebaut, Strom geprüft und Tränken aufgestellt werden. Bei der täglichen Herdenkontrolle schaue ich mir die Tiere an: lahmt eine Kuh? Geht es allen Kälbern gut? Die abkalbenden Kühen hat man immer besonders im Blick! Dann entscheide ich, wann und wie lange die Bullen in die Herden kommen. Dafür muss ich mir überlegen, wann sollen die Kälber geboren werden? 

Gemanagt wird also im direkten Kontakt zu den Tieren und nicht am Schreibtisch?

Teils, teils. Denn zum Job gehört natürlich auch Dokumentation, Rechnungen, Materialbestellungen, Umsetzung der Vorgaben von Bioland, EU-Bio, dem Veterinäramt, da müssen alle Papiere korrekt sein. Das Büro ist also ein wichtiger Teil der Arbeit.

Dann erzähl doch mal, wie ein typischer Arbeitstag bei dir aussieht.

Wir beginnen morgens um 7:00 mit einer Runde durch den Stall – Jungbullen versorgen, dann geht es raus zu den Herden. Nach der Frühstückspause werden neue Weiden vorbereitet und/ oder Herden umgekoppelt. Nachmittags versuche ich Zeit für’s Büro zu haben – . Abends folgt nochmal eine Runde durch den Stall. Falls Kalbungen anstehen, fahre ich auch nochmal zu den Herden raus und schaue, dass es den Ladies gut geht.

Echt vielseitig! Wie wird man eigentlich auf diese vielfältigen Aufgaben vorbereitet? 

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten – Lehre oder Studium, teilweise auch agraraffine Quereinsteiger. Ich habe an der Universität Hohenheim bei Stuttgart Agrarwissenschaften studiert.

Was sind deine liebsten Momente bei der Arbeit?

Wenn man auf der Weide draußen ist, die Kälber durch‘s Gras springen, Vögel zwitschern und einfach Ruhe ist (lacht).


Brian - Der Spezialist für den Genuss

Was ist deine Aufgabe bei der Höfegemeinschaft

Hauptsächlich bin ich für den Verkauf unseres tollen Rindfleisches zuständig. Auch kümmere ich mich um unseren Hofladen und sehe hier auch die ideale Verbindung um den Kunden in unserer Region, die Vorzüge unseres Fleisches und unserer Art der Landwirtschaft, sowie unser Wirken an diesem Ort näher zu bringen und sie dafür zu begeistern.

Wie kam es dazu? Hast du etwas in dieser Richtung gelernt?

Zunächst habe ich Agrarwissenschaften in meiner wunderschönen Heimatstadt Rostock studiert und so natürlich schon den Grundstein für meine spätere Ausrichtung gesetzt. Während meines darauf folgendem Masterstudiums, an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde, bin ich dann mit meiner damaligen Geschäftspartnerin zum Mitgründer eines COW-Sharing Unternehmens geworden.

Was ungeplant und eher zufällig begonnen hat, wurde dann ganz schnell zur Herzensaufgabe.  Seit zwei Jahren bin ich nun hier bei der Höfegemeinschaft im traumhaften Vorpommern.

Wie bereitest du das Fleisch für unsere Kunden vor?

Nun ja, zunächst liegt das Augenmerk natürlich darin den Tieren, die uns ihr Fleisch geben, ein möglichst natürliches und artgerechtes Leben zu ermöglichen. Saftiges Gras statt Kraftfutter,  viel Bewegung und ein stressfreies Leben bis hin zu einer stressfreien Schlachtung und traditionellen Verarbeitung sind das A und O um am Ende ein Produkt zu erhalten, was den Namen Fleisch mit Würde tragen kann.

Bei unserem Partner, der Traditionsfleischerei Retzlaff setzten wir zudem auf die traditionelle Trockenreifung. Das heißt, das Tier wird 2- 3 Wochen am Knochen gereift und erhält so seinen unverwechselbaren, aromatisch, nussigen Geschmack.

Was macht für dich hohe Qualität bei einem Stück Fleisch aus und wie erkennt man die?

Qualität von Fleisch verbinde ich wie vorher schon erwähnt immer auch mit Herkunft und Lebensbedingungen der Tiere. Zudem setze ich auf Fleisch von Färsen, das sind Kühe die noch nicht gekalbt haben.

Vorteil bei Färsen: Die Marmorierung, d.h. die Aufteilung von Muskelfleisch und Fettgewebe ist optimal. Ein gutes Stück Fleisch darf zudem nicht um die Hälfte an Größe verlieren, wenn es im Ofen, in der Pfanne oder auf dem Grill zubereitet wird. Genau das macht aber das Fleisch, welches wie mittlerweile nicht nur bei Discountern üblich, nassgereift wird. Da wird aus einem Kilo Braten schon mal ganz schnell ein Steak (lacht). Das liegt am sogenannten Wasserbindungsvermögen. Kurz gesagt: reife ich Fleisch in einem Vakuumbeutel, hat das Fleisch keine Möglichkeit das eingelagerte Wasser zu verlieren. Das macht es dann in der Pfanne. Ist das Fleisch allerdings trockengereift, hat das Fleisch, das Wasser bereits während der mehrwöchigen Reifung verloren. Vorteil: es wird aromatischer  und behält bei der Zubereitung die Größe.

Was ist das schönste Erlebnis bei deiner Arbeit?

Glückliche Kunden!